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Bahnprojekt ABS48

Im Rahmen der Elektrifizierung und des Ausbaus der Bahnstrecke München–Lindau (ABS48) sind in Stetten einige Baumaßnahmen zu erwarten. Nähere Informationen zu dem Gesamtprojekt der DB Netze sind unter www.abs48.com abrufbar. Folgende Maßnahmen sind im Bereich der Gemeinde geplant:

1. Neubau des Viaduktes

Das weit über 100 Jahre alte Viadukt im Norden der Gemeinde Stetten wird neu gebaut. Dies ist ein Projekt der DB Netze. Wie das Viadukt später aussehen wird, kann der aktuellen Planung entnommen werden, die Sie hier einsehen können.

2. Dammsanierung

Der Bahndamm auf Höhe der Gemeinde Stetten (km 23,800 – 24,345) wird im Rahmen des Projektes ABS48 saniert werden. Geplant ist ein Bodenaustausch mit hydraulisch gebundenem Boden mit Geogittereinlagen. Im Zuge der Oberbauerneuerung und nach der Dammsanierung wird hier eine neue Tiefenentwässerung errichtet.

3. Vorverlegung des Bahnhofs und Neubau der Bahnsteige

Ein weiteres Projekt der DB Netze ist das Vorverlegen des Bahnhofs. In diesem Zug werden die beiden Bahnsteige neu gebaut und weiter in Richtung Osten verlegt. Diese Maßnahme ist erforderlich, da die Gleise später nicht mehr überquert werden können. Durch die Verlegung der Bahnsteige in Richtung Osten kann für das Wechseln der Bahnsteige die geplante Bahnunterführung genutzt werden. Die Planung der Bahn sieht außerdem vor, das bestehende Bahnhofsgebäude stillzulegen.

An den neuen Bahnsteigen wird es laut Planungen der Bahn überdachte Wartemöglichkeiten geben. Ebenso ist für jeden Bahnsteig ein eigener Fahrkartenautomat und ein Stand mit Reiseinformationen vorgesehen.

4. Neubau der Bahnunterführung und eines P+R-Parkplatzes

Damit Fußgänger und Radfahrer auch künftig zwischen Hochstraße und Bahnhofstraße die Bahngleise passieren können, ist der Neubau einer Bahnunterführung erforderlich. Die Unterführung selbst wird von der Bahn gebaut. Ihre lichte Weite wird 3,00 Meter betragen und die lichte Höhe wird bei 2,50 Metern liegen.

Der Bau der Zuwegung von Norden und Süden, fällt in den Planungsbereich der Gemeinde Stetten. Um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, sind Rampen erforderlich, deren Steigung 6 Prozent nicht überschreiten darf. Die aktuelle Planung kann hier eingesehen werden.

Beim Bau der Unterführung und der Zuwegung handelt es sich um eine sogenannte Eisenbahnkreuzungsmaßnahme nach §§ 3, 13 EKrG. Demnach werden die Kosten der Baumaßnahme gedrittelt und zu gleichen Teilen auf die Gemeinde, die Bahn und den Bund aufgeteilt. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass normenkonform (barrierefrei) und nach wirtschaftlichsten Gesichtspunkten geplant und gebaut wird.

Zudem plant die Gemeinde Stetten an der Bahnhofstraße den Bau eines neuen P+R-Parkplatzes. Die Kosten für den Parkplatz fallen nicht in die Baumasse für die Unterführung. Der Bau des P+R-Parkplatzes ist jedoch gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) förderfähig.

Überdachte Fahrradabstellmöglichkeiten wird es sowohl im Bereich des P+R-Parkplatzes als auch im Zugangsbereich zum Gleis 2 geben.

Terminplanung

Das Planfeststellungsverfahren der ABS48 im Bereich Stetten beginnt mit der Beantragung beim Eisenbahn-Bundesamt in München. Dies ist voraussichtlich im August 2015 der Fall. Die Planfeststellungsunterlagen werden für Ende 2015 oder Anfang 2016 erwartet. Die nachfolgende Öffentlichkeitsbeteiligung (Auslegung der Unterlagen in den betroffenen Gemeinden) wird „ortsüblich“ vorher bekannt gemacht.

Für die Umsetzung der Maßnahmen im Bereich der Gemeinde Stetten gibt es von Seiten der DB Netze folgende Terminplanung:

  • Neubau des Viaduktes: Februar 2018 bis September 2018
  • Dammsanierung: April 2018 bis August 2018
  • Bau des Nordbahnsteigs: 2017
  • Bau des Südbahnsteigs: Erstes Halbjar 2018
  • Bau der Fußgänger- und Radfahrerunterführung: März 2018 bis August 2018

Während der Baumaßnahmen an der Bahnunterführung wird es einen provisorischen Fußgängerüberweg geben, so dass die Gleise während der Bauzeit überquert werden können.

Umleitungskonzept

Während der Bauzeit des neuen Viaduktes wird die Staatsstraße 2013 komplett gesperrt sein. Das Umleitungskonzept kann hier heruntergeladen werden: Umleitungskonzept

Häufige Fragen und Antworten:

Im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung sind zahlreiche Fragen seitens der Bürger zu den geplanten Baumaßnahmen aufgetreten. Nachstehend finden Sie auszugsweise Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen:

Werden die Bäume entlang des Bahndamms gefällt?
Mit Ausnahme von Bereichen mit Maßnahmen zur Dammsanierung bleibt der vorhandene Gehölzbewuchs unangetastet. Es ist vorgesehen, den Bahndamm, wo dies möglich ist, nach Beendigung der Sanierungsarbeiten wieder mit Bäumen und blühenden Sträuchern zu begrünen. Auch in Bahnabschnitten, die derzeit kaum von Gehölzen begleitet werden (z.B. km 23,8 - 24,0), sind Pflanzmaßnahmen vorgesehen. Durch die geplanten Pflanzmaßnahmen kann die Bahnstrecke gut eingegrünt werden. Als Schallschutz haben Gehölze grundsätzlich aber nur eine psychologische Wirkung.

Welche Schallschutzmaßnahmen sind für den Bereich der Gemeinde Stetten vorgesehen?
Für den Bereich Stetten sind keine aktiven Schallschutzmaßnahmen vorgesehen. Die Einhaltung der Grenzwerte für die Häuser direkt an der Bahn wird mit passiven Maßnahmen gewähleistet. Die Abwicklung des passiven Schallschutzes wird im Planfeststellungsbeschluss geregelt. Lärmmindernd wirkt sich daneben auch die neue Eisenbahnbrücke anstelle des alten Viadukts Stetten aus. Diese wird als eine Stahlbetonkonstruktion ausgeführt, die überschüttet wird. Hieraus resultiert eine deutlich geringere Lärmentwicklung als beim derzeitigen Bauwerk.

Bleibt der Fuß- und Radweg durch das Viadukt bestehen?
Beim Radweg unter der Eisenbahnüberführung Viadukt Stetten wird der einseitige Fuß- und Radweg, wie er jetzt besteht, auch unterhalb der neuen Stahlbetongewölbebrücke geführt. Eine beidseitige Anordnung von Geh- und Radweg gibt es heute noch nicht. Die Zuwegung des zweiten Wegs müsste erst durch die zuständige Verkehrsbehörde, das Staatliches Bauamt Kempten, durchgeführt werden. Hierzu gab es bisher keine Planungen. Angesichts des bisherigen Fußgänger- und Fahrradfahreraufkommens wird ein zweiter Weg nicht als notwendig erachtet.

Wie werden die neuen Bahnsteige künftig zu erreichen sein?
Bisher sind beide Bahnsteige im Bereich des Bahnhofsgebäudes angebunden. Der Zugang zum Mittelbahnsteig erfolgt höhengleich durch Überquerung des Gleises. Durch die Errichtung zweier neuer Außenbahnsteige ist diese Zugangsmöglichkeit künftig nicht mehr gegeben. Der neue Zugang zu beiden Bahnsteigen erfolgt dann bauzeitlich über die vorhandene Umlaufsperre und nach Abschluss der Bauarbeiten sicher und barrierefrei durch den neue Fußgängertunnel. Dieser wird sowohl über Treppen als auch über Rampen erreicht, sodass auch mobilitätseingeschränkte Reisende problemlos ihren Zug erreichen.

Wird es an den neuen Bahnsteigen eine überdachte Wartemöglichkeit geben?
Jeder Bahnsteig erhält jeweils ein Wartehäuschen. Dieses ist für den Wind- und Wetterschutz überdacht und hat drei Sitzplätze. Die DB Netz AG schafft zudem auf beiden Bahnsteigen infrastrukturseitig die Voraussetzungen, um Fahrscheinautomaten aufstellen zu können.

Antworten auf weitere Fragen und weiterführende Informationen können gerne während der Sprechzeiten (Dienstag 10 bis 12 Uhr und Donnerstag 15 bis 18 Uhr) im Rathaus eingeholt werden.