Geschichte der Gemeinde Stetten

von Fritz Wölfle

Die Gemeinde Stetten liegt 613 m über NN in der Mitte des Landkreises Unterallgäu, 6 km südwestlich von Mindelheim im Auerbachtal. Sie besteht aus der ehemaligen Gemeinde Stetten und dem am 1.5.1978 eingemeindeten Ort Erisried. Mit dazu gehören die Weiler Gronau, Walchs und Wipfel. Die Gemeinde gehört seit dem 1.5.1978 zur Verwaltungsgemeinschaft Dirlewang. Der überwiegende Teil der Gesamtfläche von 1571 ha entfällt auf landwirtschaftliche Nutzung (826 ha) und Wald (623 ha).

Das Wappen von Stetten hat folgende Beschreibung: "In Rot eine eingeschweifte goldene Spitze, darin zwei schwarze Dreiberge; oben links zwei schräg gekreuzte silberne Pfeile, oben rechts ein silbernes Ulrichskreuz."

Stetten

Der Hauptort Stetten liegt an der Staatsstraße 2013. Am Nordrand führt die Bahnlinie Buchloe-Memmingen und die Autobahn A 96 vorbei. Nördlich der A 96 zweigt die Staatsstraße 2037 nach Kammlach ab. 

Stetten entstand aus vier kleinen, voneinander getrennten alemannischen Ansiedlungen. Die am heutigen südlichen Ortsrand gelegene Siedlung wurde im Jahr 1181 erstmals urkundlich erwähnt, als Herr Heinricus de Stetin, Dienstmann im Hause Ursin-Ronsberg, als Zeuge bei einer Beurkundung auftrat. Die Ansiedlung gehörte zur Herrschaft der Mindelberger Swigger, kam 1363 mit dem Verkauf der Herrschaft Mindelheim an die beiden Augsburger Domherren Heinrich und Walter Hochschlitz und ging später an die Geschlechter der Teck, Rechberg und Frundsberg über.

Eine weitere Ansiedlung im Bereich der heutigen Hauptstraße wurde im Jahr 1435 urkundlich erwähnt. Der Memminger Bürger Hans Zwicker verkaufte seinen am 26.9.1435 erworbenen Besitz "unterhalb der Sehmitten" am 9.8.1448 an Ritter Ber von Rechberg. Damit kam auch diese Ansiedlung an die Herrschaft Mindelheim, und beide Siedlungen wurden zu einem Ort vereint.

Die dritte Ansiedlung östlich des Auerbachs, der eine natürliche Grenze bildete, hieß im Volksmund Greggenhofen. Hier ist eine wohl jüngere Hofen-Siedlung mit einer anderen verschmolzen. Der auf der dortigen Mühle ansässige Müller (Jörg Miller) wurde in einem Urbar der Herrschaft Mindelheim aus der Zeit nach 1460 erstmals erwähnt. 1803 wurde der Ort mit Stetten vereint.

Die vierte Ansiedlung Wolfswanc (abgegangen nach 1512) lag südöstlich von Stetten. Am 29.9.1299 nahm König Albrecht die Besitzungen des Reichsministerialen Heinrich von Hattenberg in Wolfswanc als Reichslehen an. Durch einen Tausch von Leibeigenen zwischen Berthold von Stein zu Ronsberg und Herzog Ulrich von Teck kam die Einöde zur Herrschaft Mindelheim. Um 1470 baute Jörg Kempter drei Höfe, und 1512 verlieh Adam von Frundsberg der Gemeinde Stetten Wolfswanc als Erblehen.

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) soll Stetten dreimal vom Aussterben bedroht gewesen sein. Der Friedhof zwischen Stetten und Oberauerbach konnte die zahlreichen Toten nicht mehr aufnehmen und wurde an die heutige Stelle verlegt. Im 18. Jahrhundert vernichtete über 30 Jahre Hagelschlag die Ernte der Feldfrüchte. Wegen einer schrecklichen Viehseuche in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts gelobten die Bewohner im Jahr 1784 eine jährliche Wallfahrt zum hl. Wendelin in Obergermaringen.

Im französischen Bruderkrieg zwischen Königstreuen und Republikanern kam es im August 1796 auf den Feldern von Oberauerbach, Stetten und Oberkammlach zu der als "massacre de Camlac" in die Geschichte eingegangenen Schlacht, in der 1200 Mann fielen und in deren Verlauf auch Stetten einen gewaltigen Flurschaden erlitt.

1808 wurden der Gemeindegrund und 1814 ein Teil des Gemeindewaldes verteilt. Aus dem Russlandfeldzug im Jahr 1812 kehrten von acht Teilnehmern nur zwei wieder zurück. 1857 zählte Stetten 346 Einwohner. Lebhaft wurde es, als im Jahr 1870 ca. 300 Arbeiter zum Bau der Eisenbahnlinie Buchloe-Memmingen im Dorf eingemietet wurden. Die Bahnlinie brachte zwar erhebliche Veränderungen in der nördlichen Gemeindeflur; dafür erhielt Stetten aber einen Bahnhof.

Am 1.5.1874 wurde die Bahnlinie eröffnet. Zum 1.10.1874 wurde im Bahnhof eine Postexpedition eingerichtet, von der aus drei Postboten zu Fuß auch die Orte Erisried, Saulengrain, Wipfel, Mussenhausen, Eutenhausen, Oberkammlach, Unterkammlach, Oberauerbach, Unterauerbach, Westernach und die Weiler Kirchstetten, Laubers, Grabus, Rufen, Höllberg und Wideregg versorgten. Auch in der Landwirtschaft hielt die Technik Einzug, als 1864 die ersten Dreschmaschinen zum Einsatz kamen.

Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 sind von zwölf Männern einer gefallen und einer vermisst. Ein wolkenbruchartiger Regen am 11.6.1876 verursachte eine große Überschwemmung. Dabei wurde das Haus des Vinzenz Birk (Hs.-Nr. 25) so in Mitleidenschaft gezogen, dass es abgebrochen werden musste. 1880 errichtete die Gemeinde südöstlich des Ortes an der Straße nach Gronau ein Armenhaus. Das größte Ökonomiegut, der "Steuerhof", wurde 1882 und in den folgenden Jahren wegen Überschuldung zertrümmert. Das Wohnhaus erwarb die 1896 gegründete Molkereigenossenschaft und baute es zum Sennereibetrieb um.

Aus dem Ersten Weltkrieg kehrten von 100 Teilnehmern 14 nicht mehr zurück. Ihnen zu Ehren wurde 1922 das Kriegerdenkmal erstellt. Mehr als doppelt so viele Opfer, nämlich 32 Gefallene, waren im Zweiten Weltkrieg zu beklagen; einer wird immer noch vermisst.

1952 wurde in der westlichen Gemeindeflur die Flurbereinigung durchgeführt, 1963 folgte die östliche Flur. Der Ausbau der Staatsstraße erforderte 1953 die Verlegung des Dorfbaches entlang der Hauptstraße und die Kanalisierung dieser Straße. Gleichzeitig wurde auch der Auerbach im Dorfbereich reguliert. 1957-1959 folgte die Regulierung des Auerbachs im übrigen Flurbereich.

1958 legte die Gemeinde in der Flur Urwang einen Sportplatz an. Mit der neuen Trinkwasserversorgung für den gesamten Ort wurde 1962 begonnen. Diese löste die bisherigen vier privaten Versorgungsanlagen ab. Ein starker Zuwachs an Gebäuden war in den Jahren ab 1964 zu verzeichnen, als die Gemeinde im Südosten umfangreiches Baugelände erschloss. Waren es 1857 noch 90 Gebäude und im Jahr 1939 insgesamt 121, so stieg die Zahl Ende 1982 auf 226 an. Dementsprechend vergrößerte sich auch die Einwohnerzahl von 346 im Jahr 1857 auf 745 im Jahr 1978.

1971-1973 wurde am Platz der alten Schule das Gemeindehaus mit Feuerwehrgerätehaus erbaut. Ein neues Sportgelände entstand 1977-1979 bei der ehemaligen Ziegelei an der Sontheimer Straße. 1981 wurde in der früheren Lehrerwohnung im Schulhaus ein Kindergarten eingerichtet. 1985 stellte die Gemeinde mit der Ausweisung des Gewerbegebietes nördlich des Bahnhofs die Weichen für die Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe. Mit der Planung der Abwasserbeseitigung nahm die Gemeinde 1985 das kostenträchtigste Bauvorhaben ihrer Geschichte in Angriff.

Der Grundstein für die Kirche, die dem hl. Sebastian geweiht ist und unter Denkmalschutz steht, wurde 1483 in der nördlichen Siedlung gelegt. Diese gehörte damals zur Pfarrei Oberauerbach, die südliche Siedlung zur Pfarrei Erisried. 1845 versuchten die Bürger vergeblich, eine eigene Seelsorge einzurichten. Erst ein neuer Vorstoß im Jahr 1859 war dann erfolgreich. Durch freiwillige Beiträge und einen Einschlag im Gemeindewald wurden 10.000 Gulden aufgebracht. Der Zins daraus sollte den Lebensunterhalt des zukünftigen Geistlichen sichern. Hinter der Kirche wurde in Eigenleistung ein Pfarrhaus errichtet. Am 29. 5. 1861 zog Kaplan Anton Burkhart, Oberauerbach, als Expositus im Dorf ein. 1878 entstanden bei der Kirche ein Anbau an der Westseite und eine Sakristei an der Südseite. Bei einer gründlichen Restaurierung 1922/23 wurde der Hochaltar durch einen neuen Altartisch mit Aufsatz und einer Statue des hl. Sebastian ersetzt. Durch die Inflation stiegen die geplanten Kosten von 130.000 Mark letztendlich auf 1.222.319 Mark an. Ein erneuter Um- und Erweiterungsbau 1946/47 gab der Kirche das heutige Aussehen.

Ottmar Unglert, Hs.-Nr. 11, spendete 1958 eine neue Orgel. 1954 wurde in der Kohlstatt eine kleine Marienkapelle errichtet. Nachdem zunächst der Gemeindebürger Konrad Ohneberg in seinem Privathaus Unterricht erteilt hatte, wurde 1816 hinter der Kirche das erste Schulhaus erbaut. Am Platz des heutigen Gemeindehauses erwarb die Gemeinde 1853 das damalige Söldnerhaus und richtete es als Schulhaus mit Lehrerwohnung ein. 1906/07 entstand das neue Schulhaus, das 1985/86 einer Generalinstandsetzung unterzogen wurde. Mit dem Neubau des Daches in freitragender Leimbinderkonstruktion wurde zudem ein Mehrzweckraum geschaffen.

Erisried

Der Ortsteil Erisried liegt ca. drei Kilometer südlich von Stetten an der Staatsstraße 2013. Südlich der Ortsmitte zweigt die Kreisstraße MN 4 nach Dirlewang ab.

Erisried dürfte im 10. Jahrhundert während der zweiten Rodungswelle von den Welfen gegründet worden sein. Die erste urkundliche Erwähnung war 1183, als Herzog Welf VI. "Erigisrieth" mit mancipiis und colonis an das Kloster Steingaden schenkte. Wahrscheinlich wurde auch die Kirche übereignet, denn zwei Jahre später bestätigte Papst Lucius dem Kloster neben dem Ort die Kirche. Bereits 1167 erhielt die Kirche durch den Abt Isingrim von Ottobeuren Reliquien aus Köln. Von 1168 bis 1524 wurde die Auflage des Bittganges nach Ottobeuren in der Kreuzwoche auch eingehalten. Ob die jetzt jährlich am 15. Juli stattfindende Wallfahrt nach Ottobeuren auf die Auflage von 1167 zurückzuführen ist, muss noch überprüft werden.

1189 bestätigte König Heinrich VI. die steingallischen Besitzungen. Obwohl die Urkunden von 1183 und 1189 als Fälschungen erkannt sind, müssen die Besitzangaben nicht unwahr sein. 1228 gaben die Herrin von Erisried und ihre Untertanen dem Kloster Rottenbuch zum Kauf eines Hofes zu Adelsberg in Gegenwart des Swigger zu Mindelberg zwölf Pfund. 1288 erhielt das Kloster Ottobeuren "auf ewige Zeiten" das Patronatsrecht über die Kirche zu Erisried, nachdem Abt und Konvent auf das Patronatsrecht über die Kirche in Sontheim zugunsten der Mindelberger verzichtet hatten.

1363 verkauften die Mindelberger ihre Herrschaft über 19.000 Pfund Heller an die Herren von Hochschlitz. Im Kaufbrief ist das Erisrieder Gericht aufgeführt, in dem Fälle der niederen Gerichtsbarkeit abgehandelt wurden. Seit dieser Zeit bis zum Ende des alten Reiches war Erisried eine Hofmark der Herrschaft Mindelheim, obwohl zeitweise einzelne Höfe im Besitz der Klöster Ottobeuren, Irsee, Steingaden, Ursberg und des Spitals von Mindelheim waren und von diesen als Afterlehen an Bürger in Mindelheim und Memmingen vergeben wurden.

Die furchtbaren Zustände während des Dreißigjährigen Krieges rafften fast alle Menschen im Dorf hinweg. Der napoleonische Krieg 1805-1815 forderte 16 Opfer. An die 1800 begonnene Aufteilung der Grundstücke erinnern heute noch verschiedene Flurnamen mit dem Zusatz "Teile". Dem ersten Schulhaus an der Südostecke des Friedhofes im Jahr 1820 folgte 1837 ein neues, das bis nach der Schulreform 1971 seinen Dienst tat. Der Walmdachbau steht unter Denkmalschutz. 1844 wurde ein gemeindliches Armenhaus errichtet. Aus dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 kehrten zwei Teilnehmer nicht mehr zurück.

Am 1.4.1901 wurde eine Poststelle eingerichtet, die bis 30. April 1977 Bestand hatte.

Der Erste Weltkrieg forderte 16 Gefallene und einen Vermissten.

Die Gemeindeverbindungsstraße nach Mussenhausen, 1805 errichtet, wurde 1926 durch den Staat übernommen und 1928/29 ausgebaut.

Im Zweiten Weltkrieg waren neun Tote und sechs Vermisste zu verzeichnen. Durch die Aufnahme von Flüchtlingen 1946/47 erhöhte sich die Einwohnerzahl vorübergehend auf 480, ging jedoch bis zur Eingemeindung 1978 wieder auf 298 zurück.

1953 wurden die Ortsstraße und der Dorfplatz ausgebaut und 1960/61 der Auerbach reguliert. Im Zuge der Flurbereinigung 1960-1968 wurde die Straße nach Dirlewang ausgebaut. Die Fläche der Gemeindeflur vergrößerte sich von 536,5 ha im Jahr 1834 auf 568,21 ha im Jahr 1960. Bei Auflösung des gemeindefreien Gebietes "Hochfirst" wurde 1984 eine Teilfläche von 280 ha der Gemarkung Erisried zugeschlagen. 1721 zählte Erisried 28 Anwesen. Die Zahl der Gebäude erhöhte sich von 68 im Jahr 1945 auf 91 im Jahr 1982. Im ehemaligen Wirtschaftsgebäude des unter Denkmalschutz stehenden Pfarrhofs von 1792 richtete die Gemeinde 1980 ein Gemeinschaftshaus für die Bürger und Vereine ein.

Die Bauzeit der ersten Kirche, die aufgrund von Beschädigungen im Dreißigjährigen Krieg abgebrochen werden musste, ist nicht bekannt. 1763 wurde die jetzige Kirche erbaut, die dem hl. Ulrich geweiht ist. Gründliche Restaurierungen erfolgten 1870-1889 (neuromanische Umgestaltung) und 1954 (Wiederherstellung des barocken Raumcharakters). Der Grundstein zum Turm wurde 1686 gelegt, die ursprüngliche Kuppel 1864 durch einen Spitzhelm ersetzt. 1976 wurden Pfarrkirche und Turm außen renoviert. Die Kapelle St. Anna in Wipfel, 1899 über einem älteren Kern errichtet, wurde 1984/85 grundlegend saniert. Gronau besitzt eine Kapelle St. Wendelin aus dem Jahr 1823. Die Pfarrkirche und die beiden Kapellen stehen unter Denkmalschutz.

Gronau

Der Weiler Gronau wurde 1431 unter der Morgengabe des Herzogs Ulrich von Teck für seine dritte Gemahlin Agnes verzeichnet. 1433 verschrieb sein Bruder, der Patriarch Ludwig zu Aquileja, die jährliche Nutzung dem Grafen Michael von Wertheim. 1464 wird bei der Teilung des Rechberg'schen Erbes zwischen Jörg und Bero ein "Atzlysried" erwähnt, das F. Zoepfl als Gronau deutet. Die 1644 erbaute Ölmühle am Auerbach wurde 1850 zur Mahlmühle umgewandelt. Im Zuge der Auerbachregulierung wurden die Mühle stillgelegt und die Wasserrechte abgefunden.

Walchs

Der Weiler Walchs südöstlich von Stetten, ursprünglich "Au" genannt, wurde 1458 urkundlich erwähnt. Danach war "die Ainödin an der Aw am Saulengrain" dem Jakob Walehen zu Erblehen gelassen. 1575 kaufte Stephan Freyding zum Walch das Schleifmühlenmahd und wurde 1584 als "Messerschmied zum Walch" erwähnt.

Wipfel

Der Weiler Wipfel wurde in einem Kaufbrief der Herrschaft Mindelheim von 1467 Tubenloch (=Taubenloh) genannt. Die damalige Einöde war dem Michael Jecken Wipfel zu Erbrecht verliehen.

Abgegangene Siedlungen

Cuttiwanc

Bereits 838 wurde eine kleine Ansiedlung Cuttiwanc südwestlich von Erisried erwähnt. Der heutige Flurname Kutwang erinnert an diese wahrscheinlich im Hochmittelalter abgegangene Siedlung.

Glashütte

Die Siedlung Glashütte westlich von Erisried wurde 1489 bei Grenzstreitigkeiten zwischen den ottobeurischen Flecken Sontheim und Frechenrieden erstmals urkundlich erwähnt. Die mittelalterliche Glashütte kam zu einem unbekannten Zeitpunkt außer Betrieb. 1712 wurde z. Zt. des marlboroughschen Herrschaftspflegers zu Mindelheim, Johann Joseph Freiherr von Imhof, die Glasfabrikation wieder aufgenommen. 1732 wanderten die Glaser ins Bayerische hinüber. Im Staatswald liegen die Waldteile "Alte Burg" und "Alte Statt" (1616 und 1461 erwähnt). Nach den Aufzeichnungen des Mindelheimer Chronisten Brunnemair legte der Abt Johann von Ottobeuren im 15. Jahrhundert dort eine Festung an, gegen die Ber von Rechberg protestierte. Die Streitigkeiten endeten mit einem Vergleich, und die Festung wurde nicht mehr vollendet.

Weiherhaus

Ob die urkundliche Erwähnung im Jahr 1182, wo neben dem Volcmarius de Wiar auch der Heinricus de Stetin als Zeuge auftrat, die Einöde Weiherhaus westlich von Erisried oder den Weiherhof bei Breitenbrunn betraf, ist ungeklärt. 1843 kaufte Apotheker von Valta aus Mindelheim Grundstücke und ließ neben seinem Fischweiher ein neues Wohn- und Okonomiegebäude erbauen.

Wolfswanc

Der Weiler bestand ursprünglich aus zwei Höfen zwischen Mussenhausen und Stetten, wurde 1299 erstmals erwähnt und ist als Ansiedlung von drei Höfen nach 1512 abgegangen (siehe auch Stetten).


Quellen- und Literaturverzeichnis

HAKEL, HEINRICH: Landkreis Mindelheim, München 1971 (Bayerische Kunstdenkmale 31), S. 116-118; 434-436.

STRIEBEL., JOSEF: Stetten, in: Der Landkreis Mindelheim in Vergangenheit und Gegenwart, Mindelheim 1968, S. 150-151.

VOGEL, RUDOLF: Mindelheim, München 1970 (Historischer Atlas von Bayern, Schwaben 1, 7).

WEIKMANN, Pius: Geschichtliches aus Stetten und Erisried, 838-1983, Stetten 1985.